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Souverän trotz Notlandung

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Ein entspannter SPD-Chef auf Wahlkampftour in Uhingen. FOTO: Staufenpress

SPD-Chef Franz Müntefering: Gut gelaunt auf Wahlkampftour in Uhingen

Die Bruchlandung in Stuttgart war dem SPD-Chef nicht anzumerken: Gut gelaunt und sehr souverän sprach Franz Müntefering gestern in Uhingen über Bildung, Sicherheit von Jobs und Demokratie als hohes Gut.

SUSANN SCHÖNFELDER, Neue Württembergische Zeitung

Uhingen Er kam am Vormittag bei der Notlandung in Stuttgart mit dem Schrecken davon und absolvierte anschließend seine Wahlkampftermine, als wenn nichts gewesen wäre: Punkt 14 Uhr - wie geplant - fuhr der SPD-Bundesvorsitzende Franz Müntefering gestern auf Einladung des Göppinger Bundestagskandidaten Sascha Binder vor dem Uditorium in Uhingen vor. Rund 250 Besucher warteten gespannt auf seinen Auftritt. Die Fahrwerksprobleme der Unglücksmaschine, in der Müntefering saß, gerieten zur Nebensache, der Chef der Sozialdemokraten konzentrierte sich darauf, dem Publikum das Regierungsprogramm seiner Partei nahe zu bringen. "Denn entschieden ist gar nichts", meinte Müntefering mit Blick auf die Wähler, die sich laut Umfragen erst sehr kurzfristig festlegen, wo sie am 27. September ihre Kreuze machen.

Der SPD-Vorsitzende unternahm in seiner Rede einen Streifzug durch sozialdemokratische Inhalte - von nachhaltiger Energiepolitik über die Sicherung gut bezahlter Arbeit, die Bedeutung der Bildung, vor allem im Vorschulbereich, bis hin zur Wahrung der sozialen Sicherungssysteme und der Demokratie als hohes Gut.

Müntefering brauchte kein Manuskript. Er sprach frei und souverän, plauderte beinahe mit dem Publikum, ohne hemdsärmelig zu wirken. Müntefering weiß, wovon er spricht, deshalb genügte ein kurzer Blick auf den Spickzettel. Ein authentischer Politiker und Sozialdemokrat, dessen Ausführungen mit viel Beifall quittiert wurden.

"Die Zeiten mit Brandt, Schmidt und Schröder waren gute Zeiten", meinte Müntefering, "und wir wollen mit Steinmeier daran anknüpfen", rührte er die Werbetrommel für den SPD-Kanzlerkandidaten. Unmissverständlich machte er deutlich, dass die Sozialdemokraten am Atomausstieg festhalten wollen - "das ist kein Starrsinn der SPD, wir wollen ein Zeichen setzen. Es ist höchste Zeit, dass wir in Deutschland beispielhaft vorangehen", betonte der 69-Jährige und fügte hinzu: "Es gibt Länder, ja ganze Kontinente auf der Erde, da scheint die Sonne noch öfter als in Uhingen."

Den Themen Arbeit und Bildung räumte der SPD-Chef in seiner Wahlkampfrede viel Raum ein. Vor allem bei Jobs im Dienstleistungsbereich "hapert es", der Mangel an Erzieherinnen und Pflegekräften sei deutlich spürbar. Müntefering stellte die Bedeutung der Bildung, gerade auch im Vorschulbereich, heraus und damit auch die Arbeit der Erzieherinnen, die keine "Kinderaufbewahrer" seien. Die "Investition in die Köpfe und Herzen der Kinder" habe sich die SPD groß auf die Fahnen geschrieben. "Bildung ist ein Menschenrecht", sagte Müntefering. Die SPD wolle Wege finden, um jedem jungen Menschen Arbeit zu ermöglichen. Er machte sich aber auch Sorgen ob der älter werdenden Gesellschaft: Im Jahr 2050 ("da werde ich nicht mehr dabei sein, da werde ich im Himmel sein oder dort, wo Sozialdemokraten hinkommen") werden zwölf Prozent der Menschen über 80 sein - eine Situation, auf die sich die Politik vorbereiten müsse. Um den Sozialstaat zu sichern, seien die Pflege- und die gesetzliche Krankenversicherung das A und O, betonte der SPD-Chef und warnte in dieser Hinsicht vor der FDP, die an diesen Systemen rütteln wolle. Aussagen zu Koalitionspartnern vermied Franz Müntefering, ebenso wie Kanzlerkandidat Steinmeier im TV-Duell am Abend vorher. Auch weder die Grünen noch die Linke erwähnte Müntefering in seiner Rede.

Als es um Nazis ging, nahm der SPD-Chef kein Blatt vor den Mund: "Wir möchten, dass die NPD so schnell wie möglich verboten wird. Diese braune Soße darf nie wieder eine Chance in Deutschland haben." Leidenschaftlich wurde der SPD-Vorsitzende, als er das Hohelied auf die Demokratie sang. "Keine Partei ist hundertpozentig. Aber das ist eine schlechte Entschuldigung, nicht zur Wahl zu gehen", appellierte er an die Bürger, am 27. September zu wählen. Anschließend beantwortete er geduldig Fragen aus dem Publikum, trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein und verabschiedete sich um 15.15 Uhr - freundlich, lächelnd, souverän.

 

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